Donnerstag, 5. Mai 2011

Kommentar-Antwort-Sammelpost

Es wäre zu schade, wenn das Feedback zu Euren wertvollen Kommentaren, in den Kommentaren verschwindet, also an dieser Stelle.

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Vielen Dank für die langsam nachtröpfelnden Antworten zu meinem "Vertrauen in Selbstgenähtes"- Post. Neben dem Nähen an sich, ist das das, was mich im Moment am meisten interessiert und fasziniert. Ich staune! Ich staune darüber, was mit mir passiert. Zuerst dachte ich "jetzt ist alles möglich, alles wird anders", dann zweifelte ich an meinen Fähigkeiten und bekomme von Euch viel Mut, zum Dranbleiben, und jetzt merke ich, wie es sogar gut ist, nicht zu schnell voran zu kommen, damit mein Selbst mit meinen neuen Klamotten Schritt halten kann.

Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ihr mit mir an dem Thema dran bleibt!

Dazu gehört auch das "Frotteekleid", denn irgendwie ist es mit Klamotten doch auch wie mit Düften. Durch die wechselnden Moden, kommen und gehen Kleidungsstücke, Farben, Schnitte, Stoffe und wir haben ganz intensive Erinnerungen an bestimmte Dinge. In den Läden bekommt man dann fast nur die aktuelle Mode zu kaufen, aber wenn man selbst näht, dann kann man sich diese Erinnerungen selbst beschaffen und an das Heute anpassen. Das finde ich einen ganz faszinierenden Gedanken.

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Da T-Shirt von gestern habe ich heute morgen noch mal schnell übergezogen, um den Kleinen in den Kindergarten zu bringen. Nach euren positiven Kommentaren, fühlte es sich anders an. Und dann dachte ich, dass es einfach noch nicht fertig ist. Man könnte die Bündchen in schwarz oder Pink machen und dann fehlt definitiv irgendwo noch ne Schleife. Mal schaun....

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Danke für die interessanten Antworten zu meiner Ovi-Frage. Meine erste Reaktion: puh, ich dachte, das mittlere Preissegment läge bei ca. 500 Euro. Ich fürchte, das, was ihr habt, gibts nicht zum Geburtstag. Meine hohe Kante ist derzeit so niedrig, dass ich auch nichts zum Geschenk dazulegen kann. Also läuft es dann wohl auf eine Anfängermaschine hinaus, so etwas, wie zum Beispiel die Brother 1034d. Ich gehe morgen mal ins Nähmaschinenhaus, ganz tapfer mit dem Budget im Blick, und schau mir diese Maschinen mal an. Letztes Jahr zum Geburtstag habe ich eine Brother innov-is 150 bekommen und fühlte mich schon außerordentlich reich beschenkt, doch mein Mann meinte, in einen ordentlichen Haushalt gehört auch eine ordentliche Nähmaschine. Mit der Maschine bin ich sehr zufrieden, auch wenn sie immer lauter wird. Für meine Freizeit-Näherei ist sie genau richtig. Also wird ne Ovi in der Unterliga wohl auch richtig sein. Und wenn Catherine damit auch göttliche Kleider näht, dann ist das doch nen gutes Vorbild. : -)

Sehr dankbar bin ich immer für Tipps, was unnötig ist oder eine Fehlüberlegung vor dem Kauf. Danke Frau Shiva für den Hinweis auf die Kombi-Modelle! Was heißt "Fäden absichern"? Sichert die Ovi nicht? Danke auch für den Hinweis mit der Stichplatte, Catherine. Danke auch für das Nutzungsverhältnis Nähmaschine - Overlock, Frau FrisFris. Falls mein Mann diskutieren will, brauche ich immer gute Argumente.

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Und dann ist mir aufgefallen, dass ich jetzt über 50 LeserInnen habe (ich glaube, es sind 2 Männer dabei, die wollen wir ja nicht unter den Tisch fallen lassen..). Ich freue mich sehr. Das muß gefeiert werden. Ich bin allerdings mittendrin im Blog-Umzug, der irgendwann nächste Woche stattfindet, wenn ich umgezogen bin, gibts dann eine Verlosung. Versprochen!

Mittwoch, 4. Mai 2011

Ich geh dann mal ...



.... zum stecken lassen. Wie gut, dass es hilfsbereite Freundinnen gibt.

Gestern abend habe ich noch weiter an dem Hemdblusenkleid rumgefrickelt. Man kann es eigentlich niemand erzählen, aber ich habe tatsächlich den ganzen Abend an dem Reißverschluß gesessen. Ab gesehen davon, dass ich bisher kaum RVs genäht hatte, mußte ich die Blenden für die Knöpfe wieder abtrennen und mir dann überlegen, wie man neue Blenden näht, so dass der RV nicht kratzt, also "unten was drunter" und dann dachte ich mir, dass "oben was drüber" ganz schick zu den Pattentaschen aussehen könnte. Eine Jeans meines Mannes brachte dann die entscheidenden Erkenntnisse. Von ihr stammte auch die Idee, die Nahtzugaben mit Schrägband einzufassen. Ich erinnerte mich an das Kleid von Frau Herrlichkeiten und meiner Bewunderung dafür, dass sie ALLE Nahtzugaben einfasste (und hier das tolle Ergebnis) und finde es jetzt toll mit meinen türkisen Hinguckerchen.

Reißverschluß statt Knöpfe finde ich mittlerweile richtig gut und ich könnte mir auch vorstellen, dass es sogar ohne das "oben was drüber" noch schicker ausgesehen hätte. Egal, jetzt isses dran. Ich hatte einfach keine wirklich tollen Knöpfe gefunden und irgendwie ist der RV auch unkonventioneller, das mag ich. Ebenso mag ich die Entscheidung, dieses Schulterdingsgedöns und das Gedöns auf der Brust wegzulassen, obwohl es schon zugeschnitten war.

Keine Sorge, es kommen aber noch Ärmel dran! Obwohl ich so nen "Arztkittel" auch nicht soo schlecht finde. Insgesamt gefällt mir das, was ich jetzt schon habe richtig gut. Es muß noch gesteckt werden, denn hinten bauscht es komisch, der Brustabnäher sitzt falsch und etwas mehr Taille wäre auch nicht schlecht. Außerdem ist es zu lang, da ich beim Messen die Passe übersehen hatte und auf Nummer sicher gehen wollte.  Und dann überlege ich noch, ob ich nen Gürtel mit Gürtelschlaufen mache - aber dann den Gürtel nur nach hinten binden, denn anders mag ich es nicht. Mal schaun.

Jedenfalls bin ich sehr zufrieden mit dem, was ich bisher sehen kann, liebe den Stoff und die Farbe und freue mich wie Bolle auf das Kleid. Ich glaube, das wird ein Liebchen!

Welche Overlock?

Nachdem ich im letzten Post erwähnte, dass ich mir eine Overlockmaschine wünsche, ist mir siedendheiß eingefallen, dass es keine 4 Wochen mehr zu meinem Geburtstag hin ist. Da braucht der beste aller Ehemänner aber schleunigst ein genaues Briefing. Er kann das Wort "Overlock" sowieso nicht mehr hören und ist wahrscheinlich froh, wenn das Ding endlich hier steht : - )

Über Tipps und Ratschläge zur Auswahl einer Ovi würde ich mich SEHR freuen.

Zielgerade ist das mittlere Preissegment. Nähfreundinnen hatten sich die Maschine von P*nny gekauft und mittlerweile weiß ich, dass es die gleiche Maschine für 20 Euro mehr bei Am*z*n gibt. Aus irgendeinem Grund misstraue ich aber solchen Angeboten. Meine Nähmaschine habe ich aus dem Nähmaschinenhaus und habe damit gute Erfahrungen (3x war ich da und mir wurde immer schnell und nett geholfen).

Habt ihr Lieblingsmodelle oder welche, die ihr überhaupt nicht empfehlen könnt? Was sollte ich dazu kaufen (welches Garn, das Overlockbuch aus dem Frech-Verlag, den ich eigentlich nicht reicher machen wollte).

Was macht ihr mit der Ovi? Wozu eignet sie sich besonders?

MMM



Trotz schlechter Laune, freue ich mich, dass heute Me-Made-Mittwoch ist. Ich finde es so wunderbar, Eure Werke zu sehen und freue mich auf heute abend, wenn ich Zeit, zum Surfen habe.

Mir gehen langsam die selbstgenähten Teile aus. Ich hätte zwar noch zwei Sommerröckchen zum zeigen, aber dafür ist es definitiv heute zu kalt. Passend zur Laune habe ich deswegen ein T-Shirt rausgesucht, das ich nicht mag.



Ich weiß nicht, welcher Teufel mich im Sommer auf dem Stoffmarkt geritten hat. Ich kaufte ziemlich viel Schrott. Da war dieser holländische Stand, an dem die Frauen so drängelten, weil alle Stoffe nur 6 Euro kosteten und dann stand ich da und wartete, um mich herum quietschten die Frauen begeistert, ob der Schätze und ich liess mich anstecken. Dieser merkwürdige Jersey wanderte in meine Tasche und noch andere, die wohl besser mal bei ebay eingestellt werden sollten.

Das ist mein erstes Zoela-Shirt. Zwei Erkenntnisse: selbst in der größten Größe ist es etwas eng, der Ausschnitt ist zu klein und insgesamt sieht es aus, wie ein Schlafanzug. Falls ich zum Geburtstag tatsächlich eine Overlock geschenkt bekäääääme, dann könnte ich mal darüber nachdenken, es unter der Brust abzuschneiden und mit schwarzem Jersey es als Nachthemd zu verlängern....

Erstaunlicherweise sieht es auf dem Foto nicht ganz so schlimm aus, wie ich mich darin fühle. Also passt das MMM-Liebchen heute ganz gut zu meiner Stimmung und zu meinen Gedanken von Gestern, bei denen es mal wieder um das ging, was mich rund um das Nähen beschäftigt.

Zusammenfassung:
Schnittmuster: Zoela von Farbenmix
Stoff: Jersey vom Stoffmarkt
Schwierigkeitsgrad: einfach und schnell
Passform: die nächsten zwei Zoelas waren besser, weil ich den Ausschnitt vergrößerte oder an Länge zugegeben habe
Werde ich nochmal machen: Kann sein, als Ausgangsschnitt ist dieses Raglanschnittmuster schon ok

Mehr Me-Made-Kunstwerke gibt es hier



Und wie immer herzlichen Dank an Catherine für die Initiative und die Organisation!

Dienstag, 3. Mai 2011

Übung macht die Meisterin

Ein Kommentar von Catherine zu meinem  "Vertrauens-Post"brachte mich sehr zum Nachdenken: 


"(es ist) auch ein bisschen eigenes Sehumgewöhnen weil die Selbstgemachten Sachen ja wirklich anders aussehen und sich oft auch anders anfühlen"


So banal, wie das sich erstmal liest, ist doch eine aufregende Erkenntnis dahinter, über die ich noch gar nicht nachgedacht hatte. Natürlich! 


Ich nähe, damit ich andere Dinge tragen kann, als die, die mir von den spärlichen Angeboten des Marktes in meiner Kleidergröße zugeteilt werden. Ich möchte mich neu erfinden und träume und träume. Ich träume mir eine neue Hülle für mein Selbst und behelfe mich notdürftig mit dem, was mir zur Verfügung steht: Schnitte, die auch nicht automatisch passen, Stoffe, die auch nur in begrenzter Auswahl zur Verfügung sehen und bei denen ich auch noch lernen muß, wie welche Qualität fällt, bleibt und zu welchem Schnittmuster macht. Und dann gibt es noch meine Fertigkeiten, die natürlich noch in den Kinderschuhen stecken, da ich erst ein Jahr richtig beim Nähen dabei bin. (Ganz zu schweigen von der Zeit, die fehlt, um die Träume so schnell wie geträumt zu verwirklichen und dem Frust, wenn es nicht schnell genug geht.)

Ich nehme also das Material, meine Fertigkeiten und meine Träume und erschaffe eine neue Hülle. Und dann bin ich erstaunt, wenn es sich komisch anfühlt. Eigentlich bescheuert! Es ist ANDERS. Erstmal ist es anders. Vielleicht nicht so perfekt, wie mein Traum, aber es ist erstmal anders und anders fühlt sich eben manchmal komisch an. 

Erst dachte ich, ich brauche eine neue Hülle für mein neues Selbst und jetzt merke ich, dass auch mein Selbst manchmal erst noch in die neuen Hüllen hereinwachsen muß!

Und während ich wachse, trainiere ich mit jedem Kleidungsstück mehr meine Fertigkeiten und mein Stilbewußtsein. So nähere ich mich Schritt für Schritt mir selber an. 

Danke, dass ihr mich auf dem Weg begleitet! Mich bewegen Eure Kommentare sehr. Es freut mich, dass mein Nachdenken über mein Tun, bei Euch auf fruchtbaren Boden fällt und mir mir weitere Anstöße zum Nachdenken gibt. Danke. Und ich bedanke mich auch für die Hoffnung, die ihr mir macht, dass die Fertigkeiten schon wachsen werden. Bestimmt! Ich bin ja nicht alleine!

Montag, 2. Mai 2011

"Üben" war ne super Idee



Dafür alleine schon ist bloggen toll! Danke, für den tollen und simplen Rat, Lucy, einfach mal ne Pattentasche mit einem Probestoff zu nähen!

Schon zwei Wochen lang hatte ich das Hemdblusen-Kleid zugeschnitten und mich einfach nicht an die Nähmaschine rangetraut. Gestern abend habe ich dann aus einem alten Vorhang meiner Mutter eine Probetasche genäht und anschließend wieder ein bißchen aufgetrennt, so dass ich reingreifen und genau nachschauen kann, wie es geht. Ich habe zwar immer noch nicht genau verstanden, wo man "schräg einschneiden" soll, bin aber mit dem Ergebnis sehr zufrieden.



Was ich total spannend finde: auf einmal schätze ich so etwas, wie eine simple Tasche total wert. Bei gekaufter Kleidung verschwendet man ja keinen Gedanken daran, ob irgendetwas aufwendig oder "mit Liebe" gemacht ist. Wenn ich etwas kaufe, dann achte ich auf die Farbe, das Muster, den Stoff, die Passform und die verfügbare Größe - in der Reihenfolge, wobei der letzte Punkt, letztlich immer das K.O.-Kriterium ist, ob ich etwas überhaupt anprobiere oder kaufe. Mit den Details gebe ich mich zufrieden, wenn überhaupt was ungefähr dem entspricht, was ich suche.

Und jetzt freue ich mich wie Bolle an meinen Pattentaschen!

Außerdem bilde ich mir ein, dass das Kleid so gut wie fertig ist. Das kennen wir ja schon vom Mantel. Fortsetzung folgt! Knöpfe habe ich immer noch nicht.

Sonntag, 1. Mai 2011

Vertrauen

Kennt ihr das auch? Oder bin nur ich ein bißchen merkwürdig. Mein Jeansmantel und ich haben ein Vertrauensproblem.

Ich war über Ostern froh, dass ich ihn nicht tragen mußte, weil es eben kein Mantelwetter war. Das hat sich nun geändert und ich musste ihn zwangsläufig erwählen. Hätte ich es nicht getan, wäre er irgendwie im Schrank auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Und was passiert. Ich fühle mich unwohl. Ich zuppele an dem Mantel herum und mache ihn auf und zu und auf und zu und weiß nicht so recht, wie ich mich hinstellen soll, dass er nicht doof aussieht. Ich hänge ihn verschämt auf, damit niemand das zu kurze und schiefe Futter sieht und bin froh, wenn ich ihn aus habe. Doof!

Bei anderen genähten Kleidungsstücken ist das genauso. Ich überprüfe ständig den Sitz des Ausschnittes der Tunika, damit auch nix aus Versehen rausspringt, ich zuppele an dem Saum des Pullovers, den ich liebe. Ich rutsche an den Langeneß herum, dass Vorne auch vorn sitzt. .....

Obwohl ich weiß, dass ich beim Nähen immer versucht habe, mein Bestes zu geben, traue ich meinen Werken nicht. Ich traue ihnen weniger, als gekauften Kleidungstücken, die mir auch meist nur halb gefallen und bei denen ich bei der Passform Kompromisse machen mußte.

Vielleicht weiß ich bei den selbstgenähten Liebchen genauer, wo die Haken sind? Was stört unsere Beziehung? Liegt es daran, dass ich noch Anfängerin bin und im Nachhinein weiß, was man an diesem oder jenem Liebchen anders oder besser hätte machen können? Geht euch das auch so?