Samstag, 16. Oktober 2010

Weniger ist mehr?

Komme gerade zurück von unserer freitäglichen Damenrunde, dem gemeinsamen Nähen. Nachdem es in den letzten Monaten dort sehr beschaulich, zu zweit, zu dritt oder zu viert zu ging, war es heute voll. Wir waren zu sechst, aber es kam mir vor, als wären wir beim Nähkurs.

Vielleicht lag es daran, dass wir sonst im Kreis saßen und ich heute aufgrund mangelnder Verlängerungsschnur etwas abseits saß. Aber das alleine war es nicht. Natürlich ist es zu sechst schwieriger, ein gemeinsames Thema zu haben. Es fehlte mir etwas das Vertraute, das Intime, obwohl das Durcheinander auch inspirierend war. Schon komisch, die ganze Zeit hoffte ich auf "Nachwuchs", damit unser Projekt nicht einschläft und jetzt sträube ich mich gegen Veränderung. Neee, sträuben ist nicht das richtige Wort. Außerdem finde ich jede dieser Frauen spannend genug, um mir zu wünschen, dass sie wieder kommt.  Und natürlich habe auch ich es stolz und begeistert weiter erzählt und andere Frauen eingeladen, es einfach mal zu versuchen, weil ich doch weiß, wie sehr das Nähen glücklich macht. Ich bin gespannt, wie es sich weiter entwickelt. Hauptsache, wir bleiben dabei!

Aber trotzdem. Mir fällt es immer noch schwer, in Worte zu fassen, was ich empfinde. Unsere intimen Treffs hatten etwas archaisches, was mich total glücklich machte. Über das Nähen und die Ergebnisse hinaus, was es eine beglückende Erfahrung, diese "Lagerfeuergespräche" zu haben. Ich bin der festen Überzeugung, dass man am Lagerfeuer oder beim Spaziergang genau deswegen etwas von sich preisgibt, Gedanken teilt, genauer zuhört etc., weil an sich nicht in die Augen schaut. Genau das schätze ich am gemeinsamen Nähen. Ich habe immer das Bild vor Augen, wie früher (wann auch immer das war und über wen ich gerade fantasiere) die Frauen abends im Kerzenschein zusammen saßen und sponnen, strickten und nähten. Es wurde etwas erschaffen, Geschichten wurden tradiert und man wärmte sich gemeinsam am Feuer. Irgendwie beamt mich unser gemeinsames Nähen in diese Zeit und es fühlt sich so richtig an.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Noch ein nachgereichtes Foto


Svea 3, ursprünglich hochgeladen von Liebchen-Hamburg

Ich hatte ja letztens schon erwähnt, dass ein UFO fertig wurde. Diese Svea nähte ich im Juni, als erstes Stück mit der neuen Nähmaschine. Der Jersey ist allerdings innen angerauht (und fühlt sich an, wie ein Schlafanzug), deswegen ist die Tunika für den Sommer nicht geeignet gewesen. Jetzt ist sie genau richtig und kuschelig.

Nachdem ich zwei Probetunikas aus Stoff vom Möbelschweden nähte, war ich etwas frustriert, dass trotz mehrfacher Beratung von gelernten Schneiderinnen, der Schnitt immer noch nicht wirklich gut passte. Ich ärgere mich, dass ich Brustabnäher brauche, obwohl ja eigentlich die Wienernähte die feminine Dreidimensionalität realisieren sollen. Aus nichtelastischem Baumwollstoff sitzt es trotzdem nicht wirklich. Aus Jersey löst sich so manches Problem fast von selbst.

Mit der alten geerbten Maschine vom Discounter war es undenkbar, Jersey zu nähen. Ich bin begeistert, wie leicht das jetzt ist. Aber ich gebe zu, dass ich auch von einer Overlock träume...

Trotzdem, dass der Schnitt leider nicht perfekt für mich ist, liebe ich ihn, denn das ist das Kleidungsstück, dass zu meinem derzeitigem Leben passt. Schicke Kleidchen funktionieren nicht mit Spielplatzschuhen, aber so nen Teilchen sieht über ner  Jeans und Sneakers gut aus und ist trotzdem nicht "nur nen T-Shirt".  Es ist also ein Liebchen.

Lerneffekt: Markierungen übertragen und dann die Ärmel richtig rum einsetzen hilft!

Schnitt: Svea von Farbenmix
Stoff vom Stoffmarkt

Ein Frosch für Mama


IMG_5858, ursprünglich hochgeladen von Liebchen-Hamburg
Gestern habe ich mir noch flott einen Kuschelpulli genäht. Das ging wirklich fix. Ich war sehr erstaunt. Aber das lag natürlich daran, dass der Schnitt schon abgenommen und der Stoff schon zugeschnitten war. Das reine nähen ging sehr schnell. Ein wunderbarer froschgrüner Nicky.

Als Kind hatte ich einen Froschanzug aus grünem Frottee, dem ich lange Jahre nachtrauerte. Natürlich kann man, wenn man näht, so ziemlich alles realisieren, aber ich glaube, ein froschgrüner Frotteeoverall mit angeschnittenen Beinen, kurzen Armen und Kragen, Details in orange und grün, wäre dann doch nicht wirklich vorteilhaft. Als ich in Dänemark den grünen Nicky fand, dachte ich, dass das die realistische Variante des verrückten Traumes ist. Ich bin zufrieden. Es könnte jetzt kälter werden, um das Ding mal Probe zu tragen.

Stoff: Stoff und Stil
Schnitt: Lisa Farbenmix (etwas verlängert)

Fotos zur gepimpten Jacke


IMG_5854, ursprünglich hochgeladen von Liebchen-Hamburg


IMG_5857, ursprünglich hochgeladen von Liebchen-Hamburg

Puuuhhhh. Der Kleine findet die "Pilotenjacke" gut. Bin gespannt auf Reaktionen hier und aufm Spielplatz. In echt sieht es allerdings noch viel bunter aus, als aufm Foto.


Jacke vom Flohmarkt
Applikationen von Hand nach Bildern abgemalt
Webbänder mit Flugzeugen und Hubschraubern von Kleinkariert
Reflektorband von Frau Tulpe

Dienstag, 12. Oktober 2010

Bunt oder weniger?

Als ich das Farbenmix-Buch anschaute, war ich erstmal platt. So viel und so bunt. Ne Nummer zu bunt für mich - wenn auch als Jungsmutter ein wenig traurig, weil ja doch auch "zwangsweise" nicht so bunt. Jetzt lese ich allerdings schon seit mehreren Monaten Abend für Abend durch die Blogs und gewöhne mich zusehends an das Bunte. Also meinte ich, eine olivgrüne Winterjacke vom Flohmarkt für den Jungen pimpen zu müssen.

Die abgeriebene Stelle an der Schulter gab den Ausschlag. Reflektorstoff fand ich nur in orange, also orange. Aber die Vorliebe des Kleinen für Flugzeuge und Hubschrauber wird nur auf blauem Band befriedigt. Also noch Hell- und Dunkelblau dazu. Unistoff hatte ich nur in Dunkelblau und Türkis und da ich die Kombination Dunkelblau-Orange hasse, also noch Türkis. Wieso eigentlich nicht türkis, schließlich wir die Arthur-Mütze, die ich gerade häkele ja auch Türkis/Oliv.

Tja und jetzt hängt das Ding aufm Balkon und ich bin nicht sicher, wie ich es finde. Dem Jungen wird es noch vorenthalten, weil es noch zu warm ist. Es wird sonst schwierig für ihn, zu verstehen, warum er sie noch nicht anziehen darf - falls sie ihm gefällt. Aber Liebe steckt schon drin in dem hässlichen Liebchen.  Nen ganzen langen Abend war ich dran beschäftigt.

Foto folgt.

Samstag, 9. Oktober 2010

Gemein

Hier las ich ein ganz böses Wort: "Stoffdiät".

Abgesehen davon, dass ich Diäten sowieso absurd finde (durch den Besitz von Diätratgebern nimmt man sowieso nicht ab), ist doch eindeutig der Jojoeffekt zu fürchten. Oder?

Also nix wie hin am 31.10. zum Stoffmarkt und anschließend zur Hello Handmade.

Freitag, 8. Oktober 2010

Zu müde

Zum ersten Mal bin ich zu müde, zur freitaglichen Damen-Nährunde zu fahren. Die Woche war anstrengend, ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, nochmal aus dem Haus zu gehen und konzentriert was zu machen.

Dabei liebe ich es so, dieses Zusammensitzen mit Frauen, dieser Austausch, der so ähnlich ist, wie am Lagerfeuer, zu sitzen (man spricht, ohne sich in die Augen zu sehen - das ist anders), das Lachen und das damit verbundene Auftrennen. So haben sie wohl früher zusammengesessen, als man seine Kleider noch selbst machte und es noch keinen Fernseher gab.

Letztes Wochenende habe ich noch ein UFO fertig genäht, aber noch nicht fotografiert. Die Wettervorhersage verspricht Sonne. Es ist also keine Eile für den Regenmantel, obwohl ich schon neugierig auf das fertige Exemplar bin.