Donnerstag, 31. März 2011

Tief durchatmen



Das gibts doch gar nicht! Oder geht euch das auch so und ihr erzählt nicht von diesen ganzen verflixten Mistdingern?

Gestern abend war mir zunächst das Glück hold. Der Gatte brauchte Ruhe und verzog sich mit einem Film und dem Macbook ins Schlafzimmer. Das Wohnzimmer gehörte mir - Gelegenheit zum Nähen. Mutig schnitt ich die vorderen Mittelteil um 4 cm kürzer. Ab gesehen davon, dass ich am Revers und Kragenansatz Ziernähte auftrennen musste, ging diese Korrektur eigentlich ganz flott.

Dann holte ich alle Jacken und Mäntel, maß, in welcher Distanz die Knöpfe dort sind und überlegte, wie weit unten der Mantel zugeknöpft werden soll. Schließlich saßen die Markierungen für die Knopflöcher.

Anschließend holte ich das Handbuch für die Nähmschine, las noch mal sorgfältig nach, wie Knopflöcher gehen, probierte an dem abgeschnittenen Stück, veränderte Stichlänge und -breite, schuf ein gutes Knopfloch und legte den Mantel frohen Mutes unter die Nähmschine.

Pustekuchen!

Hat jemand ne Idee, wieso es auf dem Streifen klappte und auf dem Mantel nicht?

Das sieht übrigens so extrem verwuselt auf, weil ich schon begonnen habe, zu trennen und dann frustriert aufgab. Meine Hypothese ist, dass der Stofftransport mit dem schweren Mantel nicht so gut funktionierte und dass ich statt mit Automatik ganz langsam und mit Pedal nähen muß. Oder gibts noch andere Verbesserungsvorschläge oder Hypothesen? Also werde ich heute bei unsäglichen Heidi das versaute Knopfloch auffriemeln....

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Durch den MMM habe ich gestern MaMaNo's Welt entdeckt, die ab sofort ein "Projekt Rock" hat. Ein Jahr lang, wird sie an jedem Tag mit geradem Datum einen Rock tragen. Wow! Coole Aktion! 

Ich liebe ja solche Vorhaben. Kennt ihr "Das kleine Blaue" von der reizenden Meike Winnemuth? Ich habe dieses Jahr - jeden Tag das gleiche Kleid - mit Spannung verfolgt und träume seit dem von so einem Kleid - für einmal die Woche. In grün. Aber dazu ein anderes Mal mehr. Apropos, ich suche noch einen Kleiderschnitt, der auch große Größen bedient: tailliert, unten glockig, oben mit Kragen, gerne durchgeknöpft (Wenn ich das obige Dilemma mal außer Betracht lasse). Jemand ne Idee?

Wie ich schon bei Frau MaManNo kommentierte, geht es mir genauso, dass ich Röcke liebe, aber sich die Jeans an den meisten Tagen ratzfatz wie von selbst anzieht. Röcke verlangen Strumpfhosen, Schühchen und was Anständiges drüber. Im Sommer trage ich öfters Röcke, den Sommerschläppchen besitze ich zu Hauf, Strumpfhosen fallen weg und ein Strickjäckchen wird einfach mitgenommen. Im Winter und in der Übergangszeit ist mir das oft zuviel Bohai oder es fehlen die passenden Schuhe - die dann auch noch spielplatztauglich sind.

Und trotzdem gefällt mir die Aktion, denn es kostet oft nur ein klitzekleinebißchen Disziplin und Mühe, sich hübscher, als Mal-eben-schnell zu machen. Ich werde versuchen, das auch mal wieder konsequenter zu beherzigen. Mein irgendwann-ganz-bestimmt-auch-fertig-Jeansmäntelchen wird dabei hoffentlich helfen...

Mittwoch, 30. März 2011

Me Made Mittwoch


Ha, heute hatte ich einen Fotografen! Der Gatte hat sich erbarmt und wir machten ein kleines Posing im Flur. Dieses mal habe ich tatsächlich gepost, aber die albernen Fotos traue ich mich dann doch nicht zu zeigen. Lasst mir noch ein bißchen Zeit....

Heute ist es in Hamburg trübes Wetter, da passt meine Kombination gut. Der Rock ist mein erster Langeneß - und sitzt schief. Irgendwie zuppelt es bei mir immer mit diesem Röckchen, aber egal, ich mag ihn trotzdem, weil er zu Allem und zu (fast) allen Gelegenheiten passt. Jetzt hoffe ich, dass ich bald mal die Strumpfhosen weglassen kann, aber als ich heute morgen das Haus verlassen hatte, waren es nur 3 Grad.

edit: Ich habe tatsächlich nachmittags auf dem Spielplatz die Leggins ausgezogen. Hui, das fühlte sich schön an. Frühling!




Die Applikationen aus einem amerikanischen Designerstöffchen, das man zu eigentlich sonst nix brauchen kann, habe ich "shabby" aufgenäht, statt mit ordentlichem Zickzack. Ich finde es super so, es geht schneller und sieht auch klasse aus. Ich bin allerdings verwundert, dass es trotz häufigen Waschens nicht wirklich ausfranst.

Bei oh-mimmi fand ich eben noch eine interessante Ergänzung eine "Zusammenfassung" für den MMM. Die Idee übernehme ich gerne:

Schnittmuster: Langeneß von Farbenmix
Stoff: Schlussverkauf-Jeans aus einem großen Kaufhaus, Stoff für Applikationen von ups, Laden gibts nicht mehr.
Schwierigkeitsgrad: einfach, wenn man kapiert hat, dass wirklich kein Bund angenäht wird, sondern nur Belege an die Innenseite. Ich Faulpelz lasse ja sogar den Reißverschluß weg und mauschele den Rock über die Hüften mit Bauch einziehen.
Passform: Mmmm. Also ich brauche nen Püsterchen, um wegen des dicken Hinterns die Rocklänge richtig zu machen. Und ich würde den nächsten Langeneß wohl ne Nummer kleiner aber mit Reißverschluß machen, dann passt er bestimmt noch besser
werde ich es nochmal nähen: siehe oben. Na klar. Das war mein erster von drei Winter-Langeneß. Ich freu mich schon auf Sommer-Modelle.


Ich bin sehr gespannt, auf eure Me-Made-Mittwoch-Berichte und -Fotos. Wem das genaus geht, der klickt einfach hier:


Danke Catherine für die Initative zum MMM und für das Einrichten der Linksammlung!

Dienstag, 29. März 2011

Alles Mist!



Ich könnte echt heulen. Ok, es war schon heute morgen klar, dass es ein Tag für die Tonne werden würde, weil wirklich alles schief ging und ich schon beim Aufstehen sowas von genervt war. Ich hoffe, es sind die Hormone, dann ist es wenigstens morgen wieder besser. Aber heute ist alles Mist!

Der Jeansmantel natürlich auch. Die Ärmel sind nun mit Futter verbunden, das ist schön geworden.

Also habe ich das Ding übergezogen und, weil es ja ein Frühjahrsmantel ist, nen dünnen Pulli drunter gezogen, um mal-eben-schnell die Position für die Knopflöcher zu bestimmen.

Und dann fing ich fast an zu heulen. Das Ding sieht beschissen aus. Mit Pulli drunter hatte ich das Gefühl, ihn kaum geschlossen, zu bekommen. Ich habe keine Ahnung, wo die Knöpfe hin sollen und ich weiß auch woran es liegt.

"Ooocch, mal mal 8 cm...." sagte die Nählehrerin, als es darum ging, den Schnitt an die Oberweite anzupassen. "Wir können dann immer noch wegnehmen...". Also verbreiterte ich brav, ohne dooferweise auch nur zu zucken und zu zögern ob der ominösen Zahl ACHT ZENTIMETER, die vorderen Mittelteile um 8 cm.

Als ich den Mantel gestern abend überzog und in Ermangelung eines Spiegels (Licht im Flur hätte den Kleinen geweckt) meinen Mann stolz frage, wie ihm der Mantel gefiel, sagte er: "Meine spontane Assoziation ist: Du siehst aus wie D." D. ist der voluminöseste Mann, den ich kenne. Ein dicker Riese, der meist einen riesigen Mantel trägt. Da war ich schon sauer und konnte meinem Mann aber nicht genau sagen, ob er solche Kommentare lieber lassen soll oder ob Warnungen hilfreich sind. Ich denke, man mag keine Warnungen hören, wenn man fast fertig mit nem Ding ist. Dann will ich hören "oh, dein Mary Poppins-Mantel ist fast fertig, der wird bestimmt bezaubernd!".

Das Problem ist klar. Die 8 cm sehen aus wie ein Doppelreiher und Doppelreiher sehen offen völlig bescheuert aus. Da ich diese Ziernähte überm Busen habe, sieht es beknackt aus, wenn ich den Mantel so schließe, dass die eine Ziernaht mal 3 cm mal 4 cm von der anderen entfernt ist. Es sieht aber auch beknackt aus, wenn ich die Luft anhalte und Ziernaht auf Ziernaht drücke. Außerdem ist es nicht klar, ob die Knöpfe auf die Mitte kommen (die Stecknadel ist die Mitte) oder dort, wo sie halten sollen, am Rand. Arrrgs.

Das bedeutet Trennen und Schneiden und Fummeln. Die mittleren Vorderteile müssen ca. 4 cm schmaler werden. Zum Glück ist das Futter unten noch nicht zu! Aber am Revers kann ich mal wieder die Ziernähte auftrennen. Einziger Vorteil: die Knöpfe können dann in die Mitte, wo sie hingehören und ich mache das am Freitag mit den Nähdamen, denn dann kann auch die Länge gepüstert werden. Schade, ich dachte, ich würde vielleicht, vielleicht heute fertig. Aber an so nem Misttag ist es vielleicht besser, nicht fertig zu werden.

Ja klar, natürlich sitzt die eine Tasche auch noch höher als die andere!

Montag, 28. März 2011

Meine Freundin: das Internet

Ha, natürlich gibt es eine einfache Lösung für mein Ärmelfutterproblem: stebo79 hat eine super  Foto-Anleitung zum Füttern geschrieben und nachdem ich zwar ne Weile gebraucht habe, um die Bilder und den Text zu verstehen, hat es geklappt! Wie wunderbar. Alles fertig gesteckt und die nadelige Anprobe verriet, dass es nun passt. Jetzt schneide ich den Saumstreifen zu und überlege, wo und wie ich die Knöpfe setze für die Knopflöcher. Und wenn der kranke Kleine morgen nochmal so nen langen Mittagschlaf macht, könnte ich morgen sogar fertig werden. Hach, das wäre was!

Als ich heute Mittag so frustriert war, sehnte ich mir einen Nähkurs, eine kluge Nählehrerin herbei. Allerdings war mir schon klar, dass die malebenschnell die Teile so hingelegt hätte, wie man es macht, womöglich selbst gesteckt hätte und ich die Lösung Tage später schon wieder vergessen hätte. Also friemelte ich vor mich hin und wollte es partout selbst herausfinden. Nach dem zweiten Trennen die Pause, das Surfen im Netz und die Lösung!

Ist das nicht super, dass es das Internet und wundervolle Leute gibt, die Lösungen verraten?!! Ach, ich liebe es einfach, meine Freundin, das Internet!

Tücken rauben mir den Nerv

Der Jeans-Mantel ist echt echt schwierig. Ob ich jemals fertig werde? Wie oft habe ich schon gedacht, dass ich kurz vor Fertig wäre! Jetzt ist der Kragen dran und das Futter am Halsausschnitt und an den Belegen. 1000 mal aufgetrennt! Jetzt ist es einigermaßen. Es muß ja nicht nur angezogen gut aussehen, es könnte ja auch sein, dass mir mal jemand aus dem Mantel hilft und ihn aufhängt. Bei so nem Röckchen-Mantel, sollte das passieren und nicht peinlich sein!

Dann wollte ich ebenmalschnell Futterärmel und Ärmel verbinden. Tja, auch schon 2x getrennt. Es ist mir ein Rätsel, wie ich die Dinger zusammenstecken muß (wahrscheinlich irgendwie wie Hosenbeine...). Das kann doch nicht so schwer sein. Der kranke Kleine müsste aber gleich aus dem Mittagschlaf aufwachen, also habe ich jetzt keine Ruhe mehr.

Und dann stellte ich beim Anziehen fest, dass er genau JETZT die richtige Länge hat. Das heißt natürlich im Umkehrschluß, dass ich beim Zuschneiden zu wenig Nahtzugabe gelassen habe. Ich werde also irgendwie einen Saumstreifen annähen müssen, denn auf Schrägband habe ich keine Lust. Puhhhh....

Samstag, 26. März 2011

Geschenk



Der Blümchenstoff! Da fällt mir gerade ein, dass ich dieses Geschenkset noch nicht gepostet habe. Meine Schwiegermutter hatte beim letzten Besuch neue lila Tischsets, also überlegte ich, was man wohl schenken könnte, so dass der Zweijährige mitbasteln kann.

Nun gut, ich würde sagen, er hat hauptsächlich Servietten zerissen und dann nur mäßig begeistert im Tapetenkleider gepatscht. Die Feinmotorik war noch nicht ausreichend ausgebildet, um die Serviettenstückchen wirklich ordentlich unordentlich auf die Plastikeier zu legen, aber egal, er war dabei und es fühlte sich für ihn wie selbstgemacht-für-Oma an. Dem Osterhasen gefallen die Eier, der Utensilo (Anleitungs-Freebie von hier) und die gepimpten Stoffservietten auch, der ist aber gekauft. Das Vögelchen habe ich mal irgendwo begeistert abgemalt, aber ich habe vergessen wo. Shame on me!

Sieht aus, als hätte ich meine Türkisphase fast überwunden und gehe nun nahtlos in die Lila-Grün-Phase über.

Nur für mich!



Voilá meine Ausbeute vom heutigen Stoffmarkt. Eigentlich ganz bescheiden, oder? Das liegt sicherlich daran, dass hier nach einem Jahr Näherei, auch ein mittelgroßes Lager entstanden ist. Rechtfertigungsgründe: Pünktchen und Konsorten braucht es immer mal für spontane Geschenke und der Jersey-Vorrat wartet auf ne Overlock. Grund genug, Neues ranzuschleppen :-)

Und alles nur für mich! Ich freu mich wie Bolle!

Der grüne Stoff und die lila Blümchen sind für Kleider! Jeah! Ich werde meinen Stilgedanken Rechnung tragen und für den Sommer zwei Kleider in unterschiedlichem Stil nähen. Ein verspieltes Blümchenkleid und ein giftgrünes Hemdblusenkleid. Ich bin gespannt, welches ich lieber mag - im Moment ist die Vorfreude eindeutig bei dem grünen Kleid.

Der dunkellila Nicky war einfach nur schön. Vielleicht mache ich daraus eine "Hauskittelweste" für mich, so als eine Art Stickjäckchen für den Sommer oder ich spendiere dem Kleinen, der gerade in der Lila-Phase ist, etwas für seinen, schon länger geplanten, Bandito Kapuzenjacke. Vielleicht reichts ja auch für Beides.

Der pinkweiße Vichy ist für die unfertige Fleecejacke, zu der noch ein Stück von eben diesem Stoff fehlt. Ich weiß noch nicht, ob ich die Jacke jemals mögen werde, aber nachdem ich so viel Arbeit reingesteckt habe, so viel gelernt habe und sie wirklich fast fertig ist, sollte ich sie auch - zumindest als Spielplatzjacke fertig machen.

Außerdem trank ich noch mit einer illustren Runde reizender Damen Kaffee. Ich lernte einiges über das Bloggen, werde aber wohl zu faul sein, dass alles auszuprobieren. Ich sah bei Frau Pimpinella und Frau Rehkönigin hübsche Kamerabänder und erinnerte mich, dass ich dem Gatten auch ein Bastelset zu Weihnachten schenkte, was noch nicht gebastelt ist, ich sprach mit Frau Hamburger Liebe über mein Geheimprojekt und versprach, dass ich für sie klicken würde, wenn sie wettbewerbt, ich sah Frau GutschiGutschi und versprach meinen Regenmantel recht bald fertig zu stellen, hörte, dass Frau Kleinigkeit sich mehr bei Facebook als im Blogland herumtreibt, bewunderte Frau Kännchens nach japanischem Schnitt genähte Tasche und genoß die herrliche Sonne, trotz kaltem Hintern. Immerhin bisher kannte ich den Stoffmarkt nur im windigen Regen.

Jetzt sollte ich mal einen Projektplan machen, um vor dem Sommer auch alles Gewünschte fertig zu bekommen....

  1. Frühlingsmantel fertig machen - hopphopp!
  2. Regenmantel fertig machen
  3. Fleecejacke fertig machen
  4. Tasche passend zum Frühlingsmantel nähen
  5. Dem Jungen eine lila Hose nähen
  6. ein Kleid nähen
  7. noch ein Kleid nähen
  8. Kapuzenjacke für den Jungen nähen
  9. das Hauskittelwestchen nähen
Ob ich das durchhalte? Ob ich das bis zu Sommer diesen Jahres schaffe?

Aber nur noch mal zum Postingtitel. Ist das nicht wunderbar, für sich selbst so viel Gutes zu planen?