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Dienstag, 15. März 2011

Frühling - Trotz allem



Schade, die Seed-Bombs, die ich im craftraum bastelte keimen. Gestern abend dachte ich noch, dass es Schimmel wäre, aber nun ist es eindeutig Frühling. Sie hatten wohl nicht schnell genug die Gelegenheit, zu trocknen. Schade, weil ich welche in liebreizend bedruckten Tütchen der Ahoimeise verschenken wollte und schade, weil ich fürchte, dass es noch mal Nachtfröste geben wird, die die Bömbchen beinträchtigen, wenn ich in den nächsten Tagen werfe.

Trotz allem - mich beschäftigt nun schon den ganzen Vormittag die Betroffenheit der Menschen rund um das Unglück in Japan. Natürlich bin ich auch betroffen und natürlich beschäftigen, beunruhigen aber vor allen verägern mich die Meldungen. Und gleichzeitig habe ich wie bei allen Katastrophen einen Fluchtreflex. Ich mag nicht dauernd auf allen Kanälen die Neuigkeiten verfolgen, weil ich so unsicher bin, in wieweit eher das Informationsbedürfnis denn die Sensationsgier befriedigt wird. Ich suche mir aus, wo ich mich informiere und zu welchen Gelegenheiten ich darüber spreche. Dazu gehört für mich auch eine Fragmentierung meines Lebens, die mir überhaupt erst die Kraft gibt, die Informationen zu verarbeiten. Diese Fragmentierung bedeutet, dass es hier zwar nun den Button zum Ausstieg gibt, denn man soll es allen Ausstiegswilligen so einfach wie möglich machen, aber ansonsten Japan, Atomkraftwerke etc. keine Rolle spielen. Im Gegenteil: ich brauche andere Themen und freue mich, wenn es andere genauso sehen. JedeR nach ihrer Facon!

Sonntag, 13. März 2011

Craftraum II



Ach, war es gestern schön im craftraum! Ganz herzlichen Dank den Organisatorinnen!

Für mich ist so etwas derzeit die perfekte Abendgestaltung. Ausgehen, Biertrinken und Quatschen alleine ist irgendwie langweilig geworden, wenn man nicht mehr nach den Kerlen schaut, aber das Ganze in Kombination mit "etwas tun", "etwas entdecken", "etwas lernen", "etwas verstehen" und "etwas mit nach Hause nehmen" ist eine wirklich feine Sache. Als ich die noch feuchten Seedbombs in der Küche ablegte, mußte ich das Warnschild daran kleben, da der beste Gatte mich meist ausschlafen lässt, wenn ich aufm Swutsch war. Der Sohn hat sich über die doch sehr windschiefe Ballonblume gefreut, das Nani-Vögelchen schmückt den Esstisch und ruft den Frühling, die 3-D-gedruckte oder besser gesagt gebaustelte Trillerpfeife wird dauernd in die Hand genommen und bewundert und die Seed-Bombs warten aufs verschenkt werden und Werfen.

Ich hatte tolle Gespräche: ein paar Leute vom Fablab St. Pauli kennengelernt und dann mit der Ahoi-Meise über Stil gesprochen, die eine reizende Schürze ihrer Tante trug. Vielleicht sollte ich ne Kittelschürze nähen? Meine Freundin Lindy sagt sowieso immer "Millionen von Omas können nicht irren" (schaut mal bei Lindys Seite Stokx vorbei, das lohnt sich!). Lindy hatte mir vor vielen Jahren eine Schürze genäht, um mich zu schützen, wenn ich immer mit geöffnetem Jackett meines Hosenanzuges rumlief. Sie ist rot und wunderschön, aber es gab nur wenige Gelegenheiten, wo ich mich derart gekleidet zum Kunden traute. Aber Schürzen schmücken und schützen. Das ist ne tolle Idee. Ich werde weiter daran denken und freue mich, an Lindys Kreationen durch das Gespräch erinnert zu werden - dabei laufe ich jeden Tag mit einer Tasche von ihr durch die Gegend! Manchmal bin ich sowas von blind! Und morgen ziehe ich das "Safari Dress" von Stokx an und träume von neuen Kleidern.